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Im Trauerfall verliert man oft den Boden unter den Füßen.
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Schaufensterausstellung

An dieser Stelle möchten wir Ihnen ein paar Hintergrundinformationen zu unserer aktuellen Schaufensterdekoration geben.

Anonyme Bestattungen. Warum?


Unser aktuelles Schaufenster

Namenlos – für immer vergessen

Jeder Mensch trägt einen Namen, weil ein Name – noch vor allen anderen verwaltungsrelevanten Daten - eine bestimmte Person bezeichnet, ihr eine unverwechselbare Identität verleiht.

In den vielen Jahrhunderten, in denen Christentum und Kirche die gesellschaftlichen Strukturen unseres Kulturkreises wesentlich bestimmt haben, erhielt ein Neugeborenes seine Namenbezeichnung ganz selbstverständlich durch das Sakrament der Taufe, weil der erschaffende Gott seinen Besitzanspruch in der Bibel deutlich formuliert hat:
„Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“
(Jesaja 43, 1)
Und weil die Menschen sich als Kinder Gottes empfanden:
„Vater unser im Himmel ...“

Das griechische Wort ANONYM bedeutet ungenannt, ohne Namen, namenlos, ohne Angabe des Verfassers.
Der Leser von Kriminalromanen assoziiert hier sofort den anonymen Brief, der den üblen Dunstkreis von Erpressung, Verbrechen und Feigheit markiert. Wer Böses tut, verschweigt seinen Namen, versucht sich hinter der Namenlosigkeit zu verstecken.

Ein Mensch, der zu seiner Lebensleistung steht, nennt seinen Namen und will ihn auch nach seinem Tod genannt wissen, auf einem Friedhof, auf einem Grabstein, auf einer Gedenktafel. Er hat damit einen unverwechselbar bezeichneten Platz, an dem er aufgesucht werden kann. Das ist der Ausdruck einer Sehnsucht nach Unvergänglichkeit, nach dauerhaftem Ansehen im Gedächtnis der nachfolgenden Generationen.

Im Zuge der veränderten sozialen Lebensformen (Singles, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Globalität) werden die traditionellen Trauerrituale, die Schock und Schmerz von Tod und Trauer mildern sollten, zunehmend als bürgerlich-sentimentale Romantik und Realitätsverlust belächelt.

Ein Gesetzesvorschlag der nordrhein-westfälischen SPD-Regierung will nun – wie es im europäischen Ausland schon seit langem der Fall ist – den Sargzwang für Erdbestattungen und den Friedhofszwang für Urnen abschaffen.

Das bedeutet gewiss nicht den ‚Untergang des christlichen Abendlandes’. Außerdem bezweifeln Experten, dass durch diese Liberalisierung demnächst die Mehrzahl der Urnen auf Kaminsimsen, Kellerregalen oder in Vorgärten – ohne Würde und ohne Frieden – landen.
Tatsache ist, dass die Anzahl der herkömmlichen Erdbestattungen rückläufig ist. Und Tatsache ist, dass der postmoderne Lebensstil, der sich auf Individualismus, Ich-Bezogenheit und Abkehr von Familiensinn und Gemeinschaft beruft, schmucklose, anonyme Urnengräber als Ersatz anbietet. In Hamburg beispielsweise ist die Bestattung Namenloser inzwischen Sache des Umweltamtes.

Mit Vernunft hat das nichts zu tun, sondern mit Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit, mit geistiger und körperlicher Trägheit und emotionaler Kälte. Zwar gibt es kaum einer zu, der Unwille zur Bindung an Lebende und Tote, die immer Pflichten und Opfer mit sich bringt, hat vor allem eine finanzielle Motivation!

Mit der Liebe zu einem anderen Menschen kann es nicht weit her gewesen sein, wenn man ihn im Tod zu einer namenlosen Nummer verkommen lässt – aus Kostengründen und aus Faulheit.

Auch für den coolsten Charakter des 21. Jahrhunderts wird Tod und Trauer nie schmerzfrei sein, um so bedauernswerter ist es, wenn man sich selbst um den tiefen Trost bringt, den ein Besuch an einem mit Blumen geschmückten Grab auf einem Friedhof spendet – an einem Grab, das einen lieben Namen trägt, zum Gespräch, zum Gedenken, zur Gemeinsamkeit im Nicht-Vergessen. Die Gräber nützen in erster Linie den Lebenden.

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